Maison du tourisme du pays de la forêt d'Anlier Maison du tourisme du pays de la forêt d'Anlier
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Neufchâteau
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Neufchâteau   


Geschichte und Architektur
Mit dem Strom
Grandvoir, die Burg und die Schmieden
Hamipré, die Kirche und das Kloster
Das Dorf Lahérie
Longlier
Das Dorf Massul
Das Waschhaus in Nolinfaing
Le Sart
Gravierter und gestalteter Schiefer
Warmifontaine und das Schieferwerk

Mit dem Strom.

Die Wasserenergie hat seine Antriebskraft mehreren kleinen Industriebetrieben der Gegend geschenkt; Der Fluss, der den Ort durchfließt steht dem nichts nach. Wir werden seinem Lauf von Anfang bis Ende folgen.

Schon nach kurzer Zeit werden wir auf die Spuren des alten Schieferwerks Chaurnô treffen, das heute ein Gîte, eine ländliche Ferienunterkunft ist. Zum ersten Mal ungefähr im Jahr 1700 wurde hier Schiefer abgebaut. Nach einer Reihe von Zwischenfällen wurde die Tätigkeit um 1780 durch Dom Eugène Bertaux, Prior von Longlier, wieder aufgenommen. Sie wird die Tätigkeit kurz nach der Ankunft der Franzosen um 1800 einstellen. Ein neuer Versuch hier Schiefer abzubauen, beginnt im Jahr 1919 aufgrund der enormen Nachfrage nach Baumaterial in der Folge des Ersten Weltkriegs. Die Kosten erweisen sich jedoch als zu hoch und der Betrieb wird im Jahr 1923 eingestellt.

Nach ungefähr 100 m erreichen wir den historischen Gebäudekomplex der Gerberei Gérard. Wir können noch heute das Gerbereigebäude sehen, das heute als Wohnung genutzt wird, sowie die Gerbmühle und – in der Rue de la Barquette - über den beiden Gebäuden, das alte Trockengebäude. Die Zunft der Gerber und Zurichter bestand schon im Jahr 1533. Sie regelte das Lederhandwerk und überwachte die Qualität der verkauften Waren. Bei der Erfassung der Industriebetriebe im Luxemburgischen im Jahr 1764 wurden für Neufchâteau neun Gerbereibetriebe erwähnt. Im Jahr 1855 gab es noch fünf Gerbereien in Neufchâteau, die ihre Waren in der Umgebung absetzten. Die Gerberei Gérard-Gofflot verkaufte ihre Produkte in ganz Belgien, es handelt sich um hochwertige Qualitätsprodukte, die eine Medaille erster Klasse bei der Pariser Industrieausstellung erhalten haben. Aber nach 1880 begann der Niedergang. Die ersten offiziellen Zahlen aus dem Jahr 1903 sprechen davon, dass die fünf Gerbereien noch 34900 Kilo Leder produzierten.

Überquert man die Landstraße erreicht man den ehemaligen Milchbetrieb Sainte-Thérèse, der bis in die 70er Jahre Butter herstellte. Danach wurde die Tätigkeit dann in Recogne in einer Milchfabrik konzentriert - ILA (heute Sudlac).

Ein wenig weiter flussabwärts führt uns unser Weg an einem Gebäude entlang, die letzten Überreste der Schieferwerke Pierrad. Sie bestanden kurz nach dem Ersten Weltkrieg, um der wachsenden Nachfrage nach Baumaterial, das für den Wiederaufbau genutzt wurde, nachzukommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es aus dem selben Grund eine Wiedereröffnung. Nach einigen Jahren jedoch stellten sie ihre Tätigkeit endgültig ein. Am Fuß der Burg befindet sich der Damm der Bannmühle. Diese befindet sich rechts vom heutigen Damm und stammt aus der selben Zeit wie die neue Burg (11. Jahrhundert). In den Jahren um 1670 bereits verfallen, wurde sie zu dieser Zeit wahrscheinlich neu errichtet. Der Müller bekam ein 24tel des Mahlgutes und zahlte Miete an den Grundherren (alle drei Jahre) sowie einige Abgaben. Er musste auch überwachen, dass die Bannpflichtigen ihr Mahlgut nicht in anderen Mühlen mahlen ließen. Die Mühle wurde von den französischen Behörden beschlagnahmt und im Jahr 1807 verkauft. Die ursprüngliche Gestalt ist noch erhalten, aber der heutige Erhaltungszustand ist sehr schlecht.

Links vom Damm sollen zwei vor kurzem restaurierte Gebäude zu dem neuen 'Maison des Rivières' werden. Die Klepper-Mühle, die nach ihrem letzten Besitzer benannt ist, kann auf ausgehende 18.Jahrhundert datiert werden. Im Jahr 1790 haben die Grundherren Joseph Roland-Egon das Recht zugestanden, auf dem Damm des Teichs eine Rinden- und Tabakmühle zu errichten. Kurze Zeit später wurde diese auch zum Mahlen von Getreide eingesetzt und machte der Nachbarmühle Konkurrenz. Nach dem Tod von Joseph Roland-Egon, hat die Mühle mehrmals ihren Besitzer gewechselt und wurde schließlich im Jahr 1839 von Célestin Bergh erworben, der damals schon Eigentümer der alten Bannmühle in der Nachbarschaft war. Hier wurde eine Ölmühle und ein Sägwerk errichte. Zwischen 1914 und 1920 wurde hier auch der Strom für den Ort erzeugt. Schließlich wurden von den letzten Besitzern eine Spinnerei eine Karosseriewerkstatt und ein Sägewerk betrieben, Ansichtskarten vom Anfang des Jahrhunderst zeigen uns Einwohner beim Picknick am Ufer des Mühlenteichs oder im Winter beim Schlittschuhlaufen. Dieser Freizeitbereich wurde nach der Schaffung des Sees Ende der 50er Jahre etwas weiter flussabwärts verlegt.

Wir möchten auch noch zwei weitere Gebäude erwähnen, die eine Beziehung zum Wasser haben. Ein überdachtes Waschhaus, ein großes neoklassizistische Gebäude, das sich hinter der Feuerwehrkaserne befindet und im Jahr 1859 errichtet wurde und der Wasserturm aus dem Jahr 1879, als die allgemeine Wasserversorgung eingeführt wurde, es handelt sich hier um eines der ältesten Beispiele eines Wasserturms in Belgien. Er befindet sich in der Avenue de la Gare.

 

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© La Maison du tourisme du Pays de la Forêt d'Anlier | 2005
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+32 (61) 27 50 88 | info@foret-anlier-tourisme.be