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Ebly
Die Schmiede in Mellier
Das Tal der Mühlen der Géronne
Das Dorf Léglise
Thibessart
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Die Schmiede in Mellier
Jahr der Gnade 1615
Auf dem holprigen Weg zwischen den Schmieden von Chimay und Mellier, kommt uns rumpelnd eine Kutsche entgegen. In ihr sitzt der Herr François de Gozée, Herr von Macquenoise, der zu seiner Verabredung mit dem Herzog von Aremberg auf dessen Jagdgut in Mellier unterwegs ist.
- 'Hatten Sie eine gute Reise, Herr von Gozée?'
- 'Ah, mein Herr, es ist ein weiter Weg zu Ihnen!' Aber die Reise verlief ganz problemlos. Ich bin sehr glücklich, dass ich Ihren Wunsch erfüllen kann, und einen guten Verwendungszweck für das ganze tote Holz auf ihrem Besitz gefunden habe. So wird es sinnvoller genutzt, als auf dem Boden vor sich hinzumodern.
- 'Wann glauben Sie denn, werden Sie mit den Arbeiten anfangen können? Ihre Briefe sind ja sehr überzeugend und Sie haben meine volle Unterstützung.'
-'So bald wie möglich, natürlich! Sobald ich mich in der Jagdhütte eingerichtet habe, die Sie mir ja freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben, werde ich mir als erstes, zweifellos schon morgen, das nach meinen Anweisungen eingestellte Personal ansehen. Die erste Aufgabe wird sein, den Staudamm am Teich zu errichten. Gleichzeitig muss das Gestrüpp entfernt werden, wo wir bauen werden. Wenn ich fähige Zimmerleute finde, um die ersten Arbeiten auszuführen, werden wir im nächsten Monat schon mit den Schaufelrädern anfangen. Das erste für die Brechmaschine, das zweite für die Luftzufuhr für den Schmelzofen und das dritte für die Veredelung des Roheisens.
Man darf auch nicht die Arbeitskräfte vergessen, die wir für den Bau der Maschinen, die das Wasserniveau steuern sollen, benötigen. Es ist allerdings wahr, dass es in unserer eher landwirtschaftlich geprägten Gegend gerade jetzt eher schwierig ist, Arbeitskräfte zu finden, da wir uns in der Erntezeit befinden und alle im Einsatz sind.'
- 'Die Köhler, die ich im Winter habe kommen lassen', berichtet François von Gozée weiter 'werden den Landarbeitern, sobald diese zur Verfügung stehen, die Technik der Errichtung der Meiler und die Herstellung von Holzkohle beibringen. Es muss ein großer Kohlevorrat bereitstehen, bevor wir mit dem ersten Gießen beginnen können. Mein Freund und Partner Pierre Coens wird sich genauer um die Herstellung des Hochofens kümmern. Dies ist nämlich das entscheidende Stück in unserer Fabrik und davon hängt unser Erfolg ab.'
Herbst 1616
Die Gebäude stehen zum großen Teil schon. Die große Kohlehalle hat auch ihr Dach bekommen und es wurde auch schon eine gewisse Menge Kohle eingelagert. Der Teich ist schon zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Die zwei Schmiedemeister machen sich mit ihren beiden Arbeiterteams schon eifrig zu schaffen. Der Hochofen muss eine untadelige Form und Aufbau aufweisen und nach den heute bewährtesten Techniken hergestellt werden.
1617 : Nach einigen übrigens sehr überzeugenden Versuchen erfolgte der erste Roheisenguss. Der Erbauer der Schmiede hat einen einzelnen Barren gegossen: er lässt ihn in einer extra dafür bestimmten Form abkühlen, er prüft ihn und wendet sich wieder den Schmiedemeistern zu: 'Meine Herren, wir haben es hier mit Qualitätsprodukten zu tun. Das Erz ist hervorragend und der Ofen verspricht beste Erfolge für die Zukunft.'
Man hatte es geschafft, den Hochofen fachgerecht einzusetzen: 1400º, eine gut ausgewogenen Mischung aus Erz, Holzkohle und Kalk, das Schmelzmittel, das erlaubt die Schmelztemperatur des Minerals zu verringern.
Aber ein schon zu erwartendes Missgeschick erreignete sich im Jahr 1634:
Das Wasser im Teich war nicht ausreichend, um den Betrieb der Maschinen zu ermöglichen. Man musste das Schmelzen von Roheisen, das aus den Nachbarschmieden kam, einstellen. Nur die Affinerie, wo das Roheisen in Stahl umgewandelt wurde, blieb erhalten. Die Jahre vergingen. Verschiedene Besitzer kamen und gingen. Ihre Namen waren : Henri Roussel, Dandemiaux, Hacher, Claude de Chamissot.
1724:Ein Bankier aus Villers sur Semois wird neuer Besitzer: Henri Henriquez. Er stirbt bereits im Jahr
1730. Seine Witwe verheiratet sich wieder mit dem mächtigen Industriellen und Herzog Looz-Corswarem, der schon Besitzer mehrer Schmieden ist:
- 'Mein Gatte, wir könnten den Teich vergrößern. Dann wäre sein Wasservorrat ausreichend, um den Ofen zu betreiben.'
Gesagt, getan : im Jahr 1758. Eingeläutet wird die Blütezeit der Schmiede in Mellier , die ein halbes Jahrhundert dauern sollte. Aber man darf nicht vergessen, dass die Schmieden, die im vorangegangenen Jahrhundert eröffnet wurden, ursprünglich dazu dienen sollten, das tote Holz des Waldes zu verwenden. Die Zeiten sind längst vorbei.
Kurze Zeit schon später musste man dazu übergehen, die Bäume abholzen, zunächst einige, dann immer mehr. Die Schmiede in Mellier hat wohl ungefähr 65000 Raummeter (Steren ) Holz pro Jahr verbraucht. Das bedeutet viele Hektar abgeholzten Wald jedes Jahr. Und die eisenverarbeitende Tätigkeit in Mellier Haut war nicht die einzige, die nach dem Holz des Waldes verlangte. Es gab auch Mellier Bas, Rulles, die beiden Habay, und auch die Bevölkerung brauchte Holz zum Bauen und Heizen.
Der Wald verwandelte sich in eine baumlose Wüste.
Vor den Türen dieser kleinen Welt stand nun die Französische Revolution. Es war zu dieser Zeit überhaupt nicht empfehlenswert reich und adlig zu sein und noch viel weniger war es hilfreich, wie im Falle des Herzogs Looz-Corswarem, Deutsch zu sprechen. Mellier musste unter dem Druck des französischen Embargos gegen Waren, die aus dem Ausland kamen, schließen. Auch die Konkurrenz durch die Steinkohle sowie die wachsende Bedeutung der Tagebaugebiete in Lüttich und Charleroi kündigten im Jahr 1805 da Ende für die Schmiede in Mellier an.
Sämtliche Schmieden hinterließen tiefe Wunden in der Waldlandschaft: Beim Tagebau blutet der Wald aus. Heute beim Eintritt ins dritte Jahrtausend bietet sich uns nur noch eine vage Erinnerung an den Wald, der früher diesen Landstrich bedeckte. Im Jahr 1854 trat eine neue Forstgesetzgebung in Kraft, mit dem Ziel die Wälder wiederherzustellen und vor allem eine neue Baumart, die in dieser Region bisher unbekannt war, einzuführen: die Fichte!
Um 1856, als letzte Anstrengungen unternommen werden hier doe Bergbautätigkeit aufrecht zu erhalten, wurden zwei Schmelzöfen errichtet. Gebrannter Kalk wurde in den Ardennen häufig eingesetzt, um die Böden fruchtbarer zu machen. .
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