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Habay   


Anlier
Pont d'Oye
Die Schmieden
Maurice Grévisse
Die gallorromanische Villa Mageroy
Rulles, das Dorf der Brücken

Die Standorte von Pont d'Oye, Châtelet, Bologne und der Trapperie.

Es ist kein Zufall, wenn sich im 16. Jahrhundert Industrielle für das Rulles-Tal interessierten. Zwei entscheidende Faktoren hat sie bewogen, sich hier niederzulassen: das Wasser und der Wald. Die Rulles mit ihrer starken Strömung und das stellenweise sehr breite Tal war ein idealer Ort zur Ansiedlung von durch Wasserkraft betriebenen Fabriken. Was den ganz nah gelegenen Wald anbelangt, so lieferte dieser das Holz, das in Form von Holzkohle ein fantastischer Brennstoff zur Eisenherstellung ist. Fünf Fabriken ließen sich in kurzer Zeit in einigen Metern Entfernung nieder und bildeten so ein Industriezentrum, das mehr als zwei Jahrhunderte aktiv war und Ursprung der Entwicklung der zwei Habay und des gesamten Tals ist. Diese wunderbaren Orte sind heute Teil unserer natürlichen Umgebung. Ihr heutiges Aussehen lässt uns manchmal den Umfang der Arbeiten vergessen, die der Mensch vollbracht hat, um den Lauf der Rulles zu bändigen.

Die großen Seen und Teiche, die sich von der Fabrique bis zur Trapperie aneinander reihen sind im Grunde künstliche Reservoirs, die völlig neu geschaffen wurden, um den Wasserlauf des Flusses zu steuern. Er wurde also 'kanalisiert', sein ursprüngliches Bett verändert, um den Bedürfnissen der Industrie gerecht zu werden.

Das behandelte Erz wurde im belgischen und französischen Lothringen gewonnen. Für diese Förderung waren hunderte von Frachtführern notwendig. Die Überlieferung besagt jedoch, dass es eine Famillie von Frachtführern aus Habay war, die Gaumets, die der Region ihren Namen verliehen. Die Straßen, die sie benutzen, haben Spuren dieser Tätigkeit hinterlassen. Sie tragen die Bezeichnung: 'Vouye des Crasses' (Straße der Krätze), 'Rue des Mineurs' (Straße der Minenarbeiter), 'Chemin du Charbon' (Kohlenweg).

Mitte des 19. Jahrhunderts fingen die Fabriken an abzunehmen. Einige Jahre später schlossen sie. Diesen Niedergang kann man zahlreichen Faktoren zuschreiben: der intensiven Nutzbarmachung des Waldes, einer Preiserhöhung des Roheisen-Selbstkostenpreises, einer schlechten wirtschaftlichen Konjunktur oder einem zu stark angestiegenen Transportpreis. Umstellungen wurden durchgeführt. Eine Papierfabrik in Pont-d'Oye, in Bologne und in Châtelet, ein Sägewerk und in der Trapperie eine Landwirtschaftsschule und eine Spitzenfabrik.

Der Standort Pont d'Oye
Die Entstehung des Gebiets Pont d'Oye steht ursprünglich in Zusammenhang mit der Industrialisierung des Rulles-Tals.
Die ersten Fabriken sind das Werk von Ferdinand d'Everlange, der 1607 die Ausübungsrechte stromaufwärts erhält, d.h. zum Gebiet der Pont d'Oye, einer Fabrik, die am Ende des Teichs von Châtelet 1547 gegründet wurde. Zwei andere Meister erhalten entsprechende Konzessionen: Gérard Chapion und Adam Régnier. Die Fabrik von Letzterem erhält den Namen Forge du Prince (Schmiede des Fürsten) (dies geht darauf zurück, dass Adam Régnier 1624 gezwungen war, sie dem König zu überlassen).

Nach den schweren Problemen zu Beginn des 17. Jahrhunderts (Pest, Kriege,...) erlebten die Fabriken eine schwierige Zeit. Pierre de Moustier, der aus Chimay stammt und bereits Eigentümer zahlreicher Öfen war, mietete am 22.07.1637 die Schmiede des Fürsten für zwölf Jahre

Nach 1642, dem Todesjahr von Pierre de Moustier führt seine Witwe, Jeanne Petit, seine Politik fort. Am 29. Februar erhält sie ihre Lehensherrschaft und lässt ein Schloss, eine Kapelle und eine Mühle errichten. Sie bildet somit aus all dem eine Lehensherrschaft mit dem Recht der Hochjustiz, die zur Lehensherrschaft Pont d'Oye wird.

In der Folge geht das Gebiet an andere Eigentümer über, unter denen die berühmte Marquise von Pont d'Oye, über die die Überlieferung nur das negatives Bild einer 'verrückten Verschwenderin' hinterlassen hat.

Während der französischen Revolution standen die Fabriken still und wurden geplündert. Das Schloss erlag dem gleichen Schicksaal. Es wird geplündert und teilweise zerstört. Die Haussteine der Fassade werden verkauft und entfernt. Die Fabriken werden unabhängig voneinander verkauft. Die Fabrik von Pont d'Ove mit dem Schloss und die Schmiede des Fürsten gehen am 24. September 1810 an Antoine Joseph Albert über. Dieser reißt einen großen Teil der einstigen Herrschaftsbleibe ab. Heute sind nur noch die Wirtschaftsgebäude und Ställe zu sehen. Er erbaut 1827 an der Stelle des heutigen Schlosses ein neues Herrenhaus.

Der neue Eigentümer Constant d'Hoffschmidt verändert 1846 die Fabriken und erhält die Genehmigung, eine mechanische Papierfabrik zu betreiben, die offiziell durch König Leopold I. eingeweiht wird. Constant d’Hoffschmidt setzt die Verschönerung des Herrschaftssitzes fort. Die beiden Schlosstürme wurden von ihm 1847 erbaut. Die Papierfabrik schließt 1884 ihre Pforten. Das Schloss geht in die Hände des Barons von Pitteurs-Hiégart über, der daraus seinen Familiensitz macht. Die gesamte industrielle Tätigkeit endet und Pont d'Oye wird zu einem schönen Privatbestitz.

1932 erwirbt der Baron Pierre Nothom die Anlage und wird zum Motor des neuen Pont d'Oye. Als Schriftsteller und Dichter gründet er dort ein Begegnungszentrum für Maler, Musiker, Schriftsteller und Politiker. Er schafft auch die Basis der politischen Ausrichtung, indem er die Umgestaltung einiger Gebäude in Unterkunftsmöglichkeiten und Restaurants fördert. Heute ist die Berufung zur Hotellerie im Gebiets Pont d'Oye immer noch deutlich zu spüren. Die Häuser, die sich hier niedergelassen haben, genießen internationalen Ruf.

 

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