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Anlier
Pont d'Oye
Die Schmieden
Maurice Grévisse
Die gallorromanische Villa Mageroy
Rulles, das Dorf der Brücken

Maurice Grévisse.

Seine Jugend
Am 7. Oktober 1895 wird Maurice Grevisse in Rulles geboren, Sohn von dem sogennanten 'Désiré du Fêle', Schmied, und von Marie Emilie Michel, Schneiderin. Man hatte nur Augen für seinen Vater, dessen Ruhe und 'schönes Werk' maßgebend sind. Der 'marchau' (frz. Abkürzung für Hufschmied) übt sich hervorragen in Geduld und Präzision, die insbesondere darin besteht die Sicheln auszuzacken. Er besucht 'die kleine Schule' bei der Schwester Agathe, die in der Tiefe ihrer großen Tasche eine Dose Kristallzucker bei sich hatte, in die man, wenn man brav war, seinen mit Speichel befeuchteten Zeigefinger stecken durfte, den man dann mit Genuss abschleckte. Das war 'der schöne Finger'.

Eines Tages reißt er während einer Pause aus und macht sich so schnell er kann auf den Weg nach Hause. Aber eine 'Große' der Klasse der Schwester Marguerite holt ihn am 'Kalvarienberg' ein und bringt ihn beschämt und schluchzend zur Truppe von Schwester Agathe zurück. In der 'großen Schule' weckt Herr Foret – 'Monsieur le Maître' in ihm die Lust auf Grammatik. Maurice hat sich bereits die 'banète' – die Schmiedschürze – besorgt, aber auf Anraten von Herrn Jules Foret möchte er seine Studien fortsetzen. Maurice, oft Begleiter von Herrn Pfarrer Lemaire, dem Seelenfischer, der auch nach Hechten fischt, muss diesem zu Hilfe eilen, nachdem er sich etwas zu weit an den Flussrand, zur 'l’Ilette' (kleinen Insel) gewagt hat. Der ins Wasser gefallene Abt Lemaire kann sich an der Hand des Jungen rausziehen. Désiré braucht seinen Sohn in der Schmiede, aber der kleine Junge insistiert mit der Unterstützung von 'Monsieur le Maître', um in seine Welt zurückzukehren. Er setzt seine Studien bei den Maristen von Arlon fort, gefolgt von einem Diplom als Grundschullehrer in Carlsbourg. Nach einer kurzen Unterrichtszeit stürzt er sich in litterarische Studien in Malonne.

Seine Karriere.
Als Lehrer an der Schule für Kriegswaisen der Armee von Marneffe wird er für seine Strenge und seine beinahe Unfehlbarkeit im Bereich der Syntax und Orthographie bewundert und gefürchtet zugleich. Parallel zu seiner Unterrichtstätigkeit studiert er allein Latein und Griechisch und besteht die Prüfung der zentralen Jury, die ihm die Pforten zur Universität öffnet. Er schreibt sich an der Universität von Lüttich ein und wird Doktor der klassischen Philologie ohne sozusagen die Kurse zu besuchen. Er wird zum Professor an der Kadettenschule der Armee ernannt, der er von Namur bis Seilles, und schließlich nach Brüssel folgt, wo er sich letztendlich niederlässt.

Der " BON USAGE".
1936 schlägt ihm eines Tages einer seiner Kollegen vor, eine kleine Grammatik zu aktualisieren, die etwas veraltet ist. Er überarbeitet diese Seite für Seite, Kapitel für Kapitel und die Seiten auf seinem Schreibtisch nehmen immer mehr zu. Eigentlich schafft er ein ganz neues Werk, dessen Ausmaße die Herausgeber erschrecken. Nach mehreren Monaten entdeckt Fernand Desony, Professor an der Universität von Lüttich dieses mit dem Bleistift geschriebene Werk. Er ist davon beeindruckt und begeistert, insbesondere von der Handschrift, die zum Verwechseln ähnlich die lateinische, kursive und Fettschrift imitiert. Trotz seiner Unterstützung lehnen die Herausgeber immer noch ab. Der Bruder Joseph der 'Procure' in Namur schlägt ihm vor, sich an den Drucker von Gembloux zu wenden, den 'Père Duclot'. Zunächst zurückhaltend schlägt dieser schließlich ein. Die erste Auflage des 'Bon usage', 704 Seiten, wird vorsichtig mit einer Auflage von 3000 Exemplaren veröffentlicht. Die zwölfte Auflage, die 1986 veröffentlicht wird, zählt nicht weniger als 1800 Seiten und die 'risikoreiche' Gesamtauflage von damals hat seit langem die Millionenmarke überschritten. Marice Grevisse hat für seinen 'Bon usage' sehr viel Lob geerntet. Von Henri Troyat, Jean Rostand, Hervé Bazin, der Präsident Senghor, André Gide, usw.....Im Übrigen war es letzterer, der auf der Titelseite des 'Figaro littéraire' am 8. Februar 1947 einen langen Artikel schreibt, in dem er den Autor lobt. 'Er ist der beste Grammatiker der französischen Sprache.' Unere französischen Freunde, die natürlich nicht gewillt sind, aus Belgien Französisch-Lektionen erteilt zu bekommen, müssen diesmal ihre Meinung ändern.

 

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