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Habay
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Habay   


Anlier
Pont d'Oye
Die Schmieden
Maurice Grévisse
Die gallorromanische Villa Mageroy
Rulles, das Dorf der Brücken

Die Schmieden.

Seit dem 16. Jahrhundert öffnet sich das Rulles-Tal für eine Vielzahl an Industriellen, die dort in der Eisen- und Stahlindustrie tätig werden möchten. Zwei entscheidende Faktoren hat sie bewogen, sich hier niederzulassen: das Wasser, das Wasserkraft liefert und der Wald, wo man Holzkohle bearbeiten konnte, diesen fantastischen Brennstoff zur Eisenherstellung.

Fünf Fabriken wurden innerhalb kurzer Zeit im Abstand einiger Kilometer stromauf- und abwärts errichtet. die Schmieden des Fürsten (Forges du Prince), von Pont d'Oye, Châtelet, Bologne und der Trapperie. Große Staudämme wurden errichtet, durch die Teiche für die Versorgung der Fabriken entstanden. Das Erz wurde im belgischen oder französischen Lothringen gewonnen (die 'kleine Mine' des Athus-Halanzy-Beckens) und vor Ort gebracht, wo es in großen Klärbecken gewaschen, gereinigt und anschließend mit Hilfe der Pochmühle zerkleinert wurde. Daran schloss sich die Schmelzarbeit an, die in einem Hochofen von 6-8 Metern Höhe erfolgte.

Sobald der Ofen angezündet war, wurde das Feuer mit sehr großen, mit Wasserkraft betriebenen Blasebalgen angeheizt. Nach dem Anzünden des Feuers, belud man den Hochofen durch die Gichtöffnung, wobei man Sorge trug, das Erz mit Holzkohle und mit 'calistène', einem die Eisenschmelzung fördernden Kalkstein abzuwechseln. War der Hochofen einmal in Betrieb, so lief er Tag und Nacht, monatelang. Sobald das Eisen geschmolzen war (nach zwei oder drei Tagen) begann das erste Abgießen. Der Guss floss direkt auf den Boden ab, der aus feuchtem Sand bestand. Ein Abzug lenkte ihn in eine Mulde, ein Art Gussform, die es ermöglichte nach dem Erkalten eine große Gussstange zu erhalten: das 'Masseleisen', das sechshundert bis tausend Kilo wiegt. Diese Masse Roheisen muss noch am Standort behandelt werden oder an einem anderen Ort des Tals, um in einem Umschmelzwerk in Eisen oder Stahl umgewandelt zu werden. Sobald man eine mehr oder weniger gereinigte Eisenlupe erhält, wird diese mit einem Schmiedehammer beschlagen, einem großen mechanischen Hammer, durch den die überschüssige Schlacke entfernt und die Eisenteilchen verschweißt werden. Nach diversen Operationen erhielt man so ein Fertigerzeugnis zur Metallherstellung.

Das Erzeugnis der Fabriken des Rulles-Beckens war von ausgezeichneter Qualität und deshalb sehr berühmt. Dieses 'Eisen von Habay', wie man es damals bezeichnete, wurde nach Lüttich exportiert, aber auch gen Frankreich und Deutschland.

Diese Industrie trug zum Reichtum und zur Berühmtheit der Schmiedemeister bei, die prachtvolle Schlösser erbauten und Adelstitel verliehen bekamen. Diese Wohnsitze hielten dem Niedergang nicht stand, der sich seit dem Ende des 18. Jahrhundert abzeichnete und den Konkurs der Eigentümer wie dem Marquis de Bost Moulin und seiner Gattin, Louise de Lambertye, der letzten, nach wie vor unvergessenen Marquise von Pont d'Oye, nach sich zog.

 

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